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Kunst-am-Bau

 

Das Leonardo-da-Vinci-Gymnasium in Berlin Neukölln bekommt einen Neubau. Als Kunst-am-Bau habe ich das Projekt „Tafelbild“ eingereicht. „Das Kunstprojekt führt das Schreiben und Zeichnen von Hand sowie die Möglichkeiten der digitalen Notation zusammen. Die Handschrift und die Arbeit mit der Tafel erfahren eine besondere Form der Wertschätzung. Durch die zeitgenössische Technik können das Geschriebene und das Gezeichnete weitergeleitet werden. Die Klassen schicken ihre Notationen als Botschaften auf eine gemeinsame Tafel. Das Projekt stellt alle Formen der Handschrift ins Zentrum. Es möchte dazu anregen, die Individualität, Spontaneität und Vielfältigkeit dieser Kulturtechnik gerade im Zusammenspiel mit digitalen Techniken neu zu beleben. Es baut eine Brücke zu der Person des Namenspatrons Leonardo, der ein vielfältiges und virtuos gezeichnetes und notiertes Oeuvre hinterlassen hat. Das universale Wissen der Schule wird in Form einer großen gemeinsamen Zeichnung sichtbar gemacht. Zu sehen ist das Tafelbild auf einem großen Monitor im Foyer. Es entstehen Palimpseste des Wissens, die so reich an Informationen sind, dass sie erst durch genaueres Hinsehen entziffert werden können. Darin ähnelt das Tafelbild dem wissenschaftlichen Werk Leonardos, der seine universalen Studien zumeist in Spiegelschrift und kodiert verfasst hat. Die Entstehung des Bildes kann live verfolgt werden. Wie mit Wundertinte geschrieben tauchen plötzlich die Zeichen und Zeichnungen aus den Klassenräumen auf dem Bildschirm im Foyer auf. Die Schülerinnen und Schüler engagieren sich im Unterricht. Und wissen zugleich, dass sie am Tafelbild der Schule mitwirken, das im Foyer zu sehen ist. In der Pause können sie das Resultat studieren“ (Auszug aus dem Erläuterungstext). Das Projekt wurde von der Jury mit dem 1. Platz bedacht und befindet sich in der Planungsphase. Fertigstellung des Schulneubaus und der Kunst-am-Bau in ca. zwei Jahren.

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Der Wettbewerbsbeitrag für die Rosa-Luxemburg-Stiftung nimmt Bezug zum Thema Arbeit. Die Armierungseisen zeigen die Punkte an, an denen das Gebäude arbeitet. Die Lasten der Stützen, die hinter den Bandfenstern verschwinden, tauchen in Fortführung auf dem Dach auf. Die Stiftung und ihr Gebäude dürfen nicht zu einem Abschluss kommen. Das Wirken der Stiftung für eine solidarische und demokratische Gesellschaft bleibt ein offener Prozess. Hier ist ein Ausschnitt des Plakats für die  2. Runde zu sehen.

Seit 2016 nehme ich regelmäßig an Kunst-am-Bau Wettbewerben teil. Anbei mein erster Beitrag in diesem Feld. Anlass für die Ausschreibung war die Erweiterung des Universitätsklinikums in Regensburg, ein Trakt für interventionelle Immunologie war in Planung. Ausgehend von den Visualisierungen, die seitens der ausführenden Architekten für den Kunstwettbewerb zur Verfügung gestellt wurden, schlug ich dessen wörtliche Umsetzung vor. Die idealisierte Darstellung eines sonnigen Tages um die Mittagszeit im Sommer sollte zu einem Ganzjahreszustand werden. Materialwechsel hätten die Erhellung durch die Sonne zu einem dauerhaften Bild werden lassen. Das gebaute Bild des Innenhofs sollte das Immunsystem der Menschen in diesem Bereich zu jeder Zeit anregen, nicht nur bei Sonnenschein. Bei Sonne selber hätten sich dann ein zweiter Schatten ergeben. Anbei das Ideenbild aus der ersten Runde. Der blaue Himmel wurde gegen einen wolkenverhangenen ausgetauscht. Der Beitrag wurde in die zweite Runde aufgenommen, konnte sich dort aber nicht durchsetzen.