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IMG_9590IMG_9614IMG_9571Auf dem Rückweg von der Summer School der Architectureunit in Motovun (Kroatien) konnten wir das ehemalige Ferienressort Haludovo Palace besichtigen. Der Zustand des Gebäudes ist bedrückend. Alles Wiederverwertbare wurde brutal rausgebrochen und alles Übrige, Fenster und Oberlichter und dergleichen systematisch zerschlagen. Unweit der Hotelruine befindet sich der Flughafen von Rijeka. Er wurde kurz vor dem Hotelkomplex Anfang der 1970er Jahre fertiggestellt. Der Flughafen scheint mir eine Voraussetzung dafür gewesen zu sein, dass die internationalen Investoren damals in Haludovo tätig wurden. Haludovo Palace war das zweite touristische Joint Venture in Jugoslawien. Mir fiel die formale Ähnlichkeit des Hotels und des Flughafens auf, insbesondere die auskragenden u-förmigen Dachwannen, die den Übergang von innen nach außen ähnlich wie beim Badehaus von Haludovo rahmen.

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IMG_9139Erstmals ergab sich die Möglichkeit, einen der Türme in San Gimignano Lichtenberg genauer zu vermessen. Der fünfte Stock hat ein Bodenniveau von etwas über 20m und liegt damit unterhalb der Hochhausgrenze, die historisch entstanden war und mittlerweile durch die Leiterhöhe der Feuerwehr (aktuell 23m) definiert wird. Diese feuerpolizeilichen Maßgabe entspricht folglich der Berliner Traufhöhe. Der ins Bild gehaltene Stift zeigt, wo die Hochhausgrenze verläuft, also bis wohin das Gebäude wie ein Teil eines Berliner Block benutzt werden kann.

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IMG_2987Als Zwischenbericht unserer Erforschung der 3D-Techniken für den Bereich von Architektur und Kunst hatten Jonathan Banz, Adi Grüninger und ich zum Semesterende ein Werkstattgespräch angeboten. Mit unseren Gästen konnten wir über die verschiedenen Ansätze der Scan- und der farbigen Printtechnologien sprechen, die wir an Karin Sanders Lehrstuhl an der ETH Zürich untersuchen. Das Bild zeigt vier mögliche Varianten, wir wir einen der orangefarbenen Aufzüge im Gebäude der Architekten am Hönggerberg dreidimensional visualisieren können. Wir haben den verschiedenen Formen Namen gegeben: Hybrid, Classic, Marge und Dorian Grey (v.l.n.r.).

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Im Rahmen ihrer Arbeit „The Dialogic City“ hatten Arno Brandlhuber, Florian Hertwick und Tobias Hönig nach Krampnitz eingeladen. In Anlehnung an das Format der Charlottesville Tapes konnten wir Beitragenden anhand von zwei Bildern unsere Strategien vorstellen, wie wir in der Stadt als Dialogpartner agieren. Hier geht es zur dialogiccity.berlin.

FotoNeben dem Berliner Hauptbahnhofs steht seit 2012 ein Hochhaus, dessen gerasterte Fassade durch ihre Binnenstruktur auffällt. Durch die gezielte Verformung der Fassadenteile entsteht ein Wellenmuster, das sich  intensiviert, wenn die Sonne darauf scheint. Die Fassade erzeugt sich mit der Sonne verändernde Schattenkonturen. Die Vertikale tanzt. Eingeladen von 60pages.com, täglich einen Beitrag zu posten, hatte ich mir urbane Erscheinungen zum Thema gemacht, und kam dabei auch auf dieses Hochhaus. Das Gebäude ist nach dem französischen Mineralölkonzern Total benannt, der im Gebäude seine Deutschland-Dependance hat.

Thematisch wollte ich hinter die Fassade kommen, also hinter die Ambivalenz aus Rasterfassade und Großskulptur gelangen. Was scheint da naheliegender, als das Gebäude erstmal von innen her zu begreifen? Da das Gebäude noch frei steht, ist es zu einem bestimmten Zeitpunkt im November und Februar möglich, von dem Aussichtspunkt, der mir zu Verfügung steht, die Sonne hinter dem Gebäude untergehen zu lassen. Die Sonne röntgt das Gebäude, die Knochen werden sichtbar: wo sind die Kerne, wo gibt es Stützen und dergleichen? Die eigentliche Überraschung dabei ist, dass die oberen Stockwerke leer stehen. Wie kann es sein, dass bei einem Headquarter die obersten Stockwerke frei bleiben? Ist das die Firmenphilosophie von Total, nämlich dass man flache Hierarchien pflegt und nicht die Chefetage automatisch oben platziert?

Natürlich verhält es sich ganz anders, wie ich mittlerweile weiß. Total ist nur ein Mieter und besetzt das Haus nicht vollständig. Da das Gebäude Tour Total heisst, gibt es diesen eigenartigen Reibungsverlust zwischen Immobilienmarketing und Immobilienbewirtschaftung. Wer will schon die Chefetage im Tour Total mieten? Zumindest der vordere Teil im obersten Stock wird ab und an benutzt, zwischengenutzt. Er kann gemietet werden, als Partylocation. Mitunter leuchtet es dort nachts discofarben.

Heute war wieder ein schöner Tag. Und Tour Total hat wieder getanzt über der Stadt.

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00RunderTischDer Runde Tisch zur Liegenschaftspolitik hat Mitte Oktober 2013 seinen Forderungskatalog fertiggestellt und öffentlich präsentiert. Er behandelt die Frage, wie Berlin zukünftig mit seinen Grundstücken umgehen soll. Die massiven Verkäufe der Grundstücke des Landes Berlin, die seit 2002 durch den zu diesem Zweck geschaffenen Liegenschaftsfonds vorgenommen werden, waren und sind von wenigen Ausnahmen abgesehen rein finanziell motiviert. Die Grundstücke und Immobilien werden nach wie vor höchstbietend verkauft, um zur Entschuldung der Stadt beizutragen. Das ist bestürzend kurzfristig gedacht, letztlich auch als ein politischer Ausverkauf zu verstehen: man traut es sich kaum zu, Stadtentwicklung aktiv zu gestalten und die Vergabe von Grundstücken an andere Kriterien als nur den Geldwert zu knüpfen. Ein Koalitionsbeschluss von 2011, der eine Ablösung dieser finanzpolitischen Prämisse vorgibt, wartet bis heute auf seine Umsetzung. Die Initiative Stadt Neudenken hat das große Verdienst, diesem stadtentwicklungspolitischen Desiderat ein produktiven Format entgegen zu stellen: der Runde Tisch. Vertreter aller Parteien des Abgeordnetenhauses, vieler Verbände und zahlreicher Initiativen haben sich daran beteiligt. Mir war es möglich, die Anliegen der Künstlerinitiative Haben und Brauchen dort einzubringen. Schon die Konstituierung des Runden Tischs ist eine nicht zu unterschätzende Leistung. In zahlreichen Sitzungen wurde der jetzt präsentierte Forderungskatalogs erarbeitet, der sehr konkret aufzeigt, wie eine Liegenschaftspolitik mit Perspektive aussehen muß. Das Ergebnis wie alle weiteren Informationen zum Runden TIsch kann man auf der Seite der Initiative einsehen. Direkt navigiert gibt es die Einladung zum Pressegespräch mitsamt dem Forderungskatalog verlinkt als PDF.

Foto  Die Plattformnachwuchs-architekten, der AfA und die zukunftsgeraeusche hatten Stefanie Frensch (Geschäftsführerin HoWoGe), Hans Panhoff (Stadtbaurat Friedrichshain-Kreuzberg), Wolf Schulgen (Abt.Leiter Wohnungswesen, SenStadt), Sylvia Zumstrull (Mediatorin) und mich dazu eingeladen, im Gebäude der Plattenvereinigung auf dem Tempelhofer Feld ein Podium zu bilden: Stadt Wert Schätzen – Reden über Berlins Zukunft, Alternative Wege zum Wohnungsbau. Moderiert hat uns Robert K. Huber von den zukunftsgeraeuschen. Read More

Bildschirmfoto 2013-07-27 um 19.35.20    Zu der Anthologie Das Orale über die Kultur- und Medizingeschichte der Mundhöhle, herausgegeben von Hartmut Böhme und Beate Slominski, habe ich einen Text beigetragen. Ich beschreibe meinen Antrieb, mir bei Ausstellungen immer einen Audioguide geben zu lassen, und die immer gleichen Abfolge, dass er mir  nach drei Nummern am Hals baumelt oder gleich in der Jackentasche verschwindet. Ich versuche mir klar zu machen, wieso der Audioguide nicht mein Freund werden kann. Und dass ich es erst verstehen kann, wenn ich mir über die verschiedenen Formen des Sprechens in der Kunst und ihre Bedeutung für die Rezeption klar werde.

Dabei überprüfe ich meine Argumente im Kontakt mit aktuellen Kunstwerken, San Kellers Digestiv (Walk) oder die Arbeit The artist is present von Marina Abramovic helfen mir dabei. Von Arthur C. Danto stammt die Überlegung, dass das Sprechen der Künstler über ihre eigenen Werke maßgeblicher Bestandteil ihrer Arbeiten ist und diese dadurch verändert werden. Dass Künstler über ihre Arbeiten sprechen, ereignet sich am selbstverständlichsten bei Eröffnungen, wenn ihre Anwesenheit erwartet wird. Mit dem Moment der Anwesenheit und dem Sprechen über Kunst gehen San Keller, Marina Abramovic oder auch Markus Zimmermann, den ich ebenfalls mit einbeziehe, sehr unterschiedlich um. Mein Beitrag im Buch findet sich auf Seite 271ff. Ein Link zu dem Buch, in das die Herausgeber ein Füllhorn an Text- und Kunstbeiträgen hineingeschüttet haben, findet sich hier.

Foto  Das LICHTER Filmfestival in Frankfurt hatte dieses Jahr „Stadt“ als Motto. Neben der Präsentation von Filmen und Installationen zu dem Thema gab es ein Rahmenprogramm in der von den Veranstaltern sogenannten Agora. Die Festivalleitung und die Heinrich Böll-Stiftung Hessen hatten Arno Brandlhuber und mich eingeladen, unsere Sichtweisen auf die Stadt in einem entsprechenden Format einzubringen. Read More