Einladungsplakat für den Vortrag an der FH Potsdam, 23. Juni 2022

Im Rahmen der Vortragsreihe am Lehrstuhl von Bernd Bess im Studiengang Architektur und Städtebau der FH Potsdam haben Jonathan und ich einen Vortrag über unsere gemeinsame Arbeit an der Schnittstelle von Kunst und Architektur gehalten. Der Schwerpunkt lag auf den aktuellen Kunst-am-Bau Projekten „Der Schulbaum“ für die Grundschule im Augustenfeld in Dachau und die Kunstbushaltestelle für das neue Archäologiemuseum in Mainz. Auch haben wir einige Projekte aus unserer gemeinsamen Forschungszeit an der ETH Zürich gezeigt. Zum Abschluß hat Jonathan noch Einblicke in seine Arbeit im Rahmen von JBKS und seine Lehrtätigkeit an der Hochschule München gegeben.

"Neue Haltestelle Stadtpark", Mainz
Neue Haltestelle Stadtpark, Kunst-am-Bau Wettbewerb für das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz, 1. Platz, 2021/2022, pigmentierter Beton. Die neue Bushaltestelle des Standorts wird als künstlerisches Objekt ausgebildet. Ein monumentalisierter, antiker Frauenkopf erscheint als Negativabdruck in einem farbigen Betonblock. Das Kunstwerk stellt eine Verbindung zwischen dem Museumsneubau und dem öffentlichen Raum her und entwickelt durch die Motivwahl einen Bezug zum archäologischen Forschungsgegenstand des RGZM. Zugleich erfüllt es die Funktionen einer Bushaltestelle als Sitzgelegenheit und Unterstand. Visualisierungen und Modellfoto.

Die Publikation „grund“, herausgegeben von Prof. Susanne Lorenz, ist kürzliclh im textem Verlag erschienen und versammelt etwa 100 Beiträge von 64 Künstler*innen über die künstlerische Lehre. Wie die künstlerische Arbeit ist auch die künstlerische Lehre in ständiger Bewegung. Es wird gefunden, überprüft, verworfen und neu gestartet. Was bleibt in diesem Prozess oder kommt wieder, was davon würden wir als grundlegend beschreiben und wie zeigt sich eine grundlegende Haltung in der Kunst und deren Lehre? Mit meinem Beitrag reagiere ich auf die Aufforderung, eine Standardübung zu beschreiben, die ich mit den Studierenden während meiner Lehrtätigkeit an der ETH Zürich gemacht habe.

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Hofscheune in Fergitz, Blick durch die Scheune nach Norden

Hofscheune in Fergitz, Südwand mit Sternenhimmel

Der Umbau unserer Scheune in Fergitz ist abgeschlossen. Die Seiitenbereiche, in denen das Heu lagerte, hatten ursprünglich nur offene Erdböden und waren durch Trennwände separiert. Wir haben die Unterteilungen entfernt und Holzdielen eingepasst.  Die Scheune kann dadurch als großer, zusammenhängender Raum wahrgenommen und genutzt werden. Zugleich haben wir  bei den Böden drei weitere Höhenniveaus geschaffen. Auf der Nordseite haben wir bei der einen Hälfte des Seitenbereichs die ursprüngliche Aufmauerung übernommen. Dadurch entsteht in diesem Bereich eine Art Podest. Weiter oben haben wir noch eine Empore in die Balkenkonstruktion eingefügt. Und auch das Dach der ehemaligen Pferdekammer auf der Südseite kann man jetzt begehen. Die Scheune bietet damit eine Vielzahl an Perspektiven, wie der Raum erlebt werden kann.

Ende Januar wurde auf der Baustelle in Dachau der Schulbaum gegossen. Die vier großen Schalungsteile wurden auf der Baustelle um die Armierung herum aufgestellt und nochmals mit Schaltafeln hinterbaut. Anbei ein paar Bilder von den Bauphasen. (Architektur: deffner voitländer architekten. Projektarchitekt: Stefan Bohnengel. Statik: Tischner Pache Ingenieure. Schalung: werk5, Berlin. Ausführende Baufirma: HTR Vogtlandbau)

Fundamentblock mit Markierungen für die Platzierung der Schalung

Armierung mit einer der vier Schalungsblöcke

Platzierung der oberen Schalungsteile

Aufstellen der druckfesten, äußeren Schalungselemente

Bild von oben nach Abschluss des Betonierens

Die Grundschule Augustenfeld in Dachau wird erweitert. Für die Kunst-am-Bau haben wir vorgeschlagen, eine der Stützen des Erweiterungsbaus durch eine künstlerische Intervention hervorzuheben: die Stütze wird als Baum realisiert. Die künstlerische Idee nimmt Bezug auf die Geschichte von Bäumen als Orte mit zentraler Bedeutung, aber auch als architektonisches Grundmaterial. Es entsteht ein Kontrast zwischen dem Baum und den anderen Stützen, wodurch auch diese intensiver wahrgenommen werden. Der Baum wird genau so wie die anderen Stützen ausgeführt, als tragendes Element mit innerer Armierung und aus Beton gegossen. Die Schule erhält einen Kunstbeitrag, der zugleich Bestandteil der Architektur ist. Und die Schülerinnen und Schüler erhalten einen zentralen Orientierungspunkt, der ihr Treffpunkt und ein Ort zu Spielen sein wird. Die Jury hat das Projekt mit dem 1.Platz ausgezeichnet. Die Umsetzung erfolgt zeitnah innerhalb der nächsten Monate.